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Brauerei Kundmüller Weiher

Chronik

1874: Die Brauerei wird von Michael Bayer gegründet. Im Winter wird eine Sorte Bier gebraut. 

1908: Adam Grünthaler übernimmt die Brauerei, die er später als Mitglied in der Brauer- und Mälzer-Innung Bamberg und später im Reichsinnungsverband des Brauer- und Mälzerhandwerks anmeldet.

1960: Michael Grünthaler folgt auf Adam Grünthaler, für nur wenige Stunden. Er stirbt noch in der selben Nacht im Alter von nur 50 Jahren an Herzstillstand und hinterlässt eine Frau und drei Töchter. Eine Erbengemeinschaft übernimmt Brauerei, Landwirtschaft und die Wirtschaft. Während sich seine Frau Maria um den Gasthof und um die drei Töchter Gunda, Mathilde und Anna kümmert, übernimmt Michael Grünthalers Stiefbruder Michael Bayer das Sudhaus. 

Anna und Erwin

1964: Die jüngste der Töchter Anna heiratet den Landwirt Erwin Kundmüller. Ab 1969 leiten sie den Brauerei-Gasthof zusammen - mit Leidenschaft, Herzblut und als 24-Stunden Job. Während Anna meist in der Landwirtschaft arbeitet, braut Erwin neben der Arbeit auf dem Feld Bier - im Winter. Denn nach wie vor ist keine künstliche Kühlung vorhanden. Was sich allerdings mit Erwin ändert, ist der Hefetyp. Das Bier ist nun untergärig. Die Geburtsstunde des heutigen Weiherer Lagers. 

Der Ausstoß liegt bei 350 Hektolitern im Jahr (1 HL = 100 Liter). Gelagert wird das bernsteinfarbene Unfiltrierte in großen sogenannten Mutterfässern zu je 600 Litern. Dort wo heute ein Anbau Nebenzimmer und Brennerei beherbergt, befinden sich damals Stall und Scheune. Und direkt daneben: Ein alter Felsenkeller, der als einer der Lagerplätze dient. Vom Sudhaus bis in die Mutterfässer wird das Bier noch in Butten getragen. Da die Fässer aus Holz sind, kommt ein bis zweimal im Jahr ein Büttner auf das Anwesen. In Handarbeit werden dann die Fässer gepicht, traditionell mit Feuer und Pech, heute nicht mehr denkbar im Brauerei-Alltag.
Die Gärung ist zu dieser Zeit wie in vielen anderen Brauereien offen. Das heißt, das Bier fließt über ein Rohr in einen Bottich, in dem die Hefe hinzugegeben wird. Dort liegt es rund eine Woche, bevor es in die Lagerung kommt. Erst 1991 wird teilweise von der offenen Gärung auf Gärtanks umgeschwenkt. Der alte Bottich, der bis 1999 im Einsatz war, steht heute hinter dem Gasthof als historisches Überbleibsel. 

Bockbierzeit...

1989: Roland Kundmüller steigt ins Familienunternehmen ein. Während zu Rolands Ausbildungszeiten nur das Weiherer Lager gebraut und aus dem Fass ausgeschenkt wird, führt er den Weiherer Bock, inklusive der heute schon traditionellen Weiherer Bockbieranstiche ein. 

1990: Ein neues Sudhaus wird gebaut, das bis heute im Einsatz ist. In den Jahren darauf folgen zahlreiche Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen.

1997 wird zum ersten Mal in Flaschen gefüllt, das Jahr darauf auch zum ersten Mal in Bügelflaschen. Das erste obergärige Bier, die Weiherer Weisse wird entwickelt, bald darauf auch das Weiherer Pils. 

Im neuen Jahrtausend, besser 2005, startet ein neues Großprojekt. Oberhalb der Brauerei wird aus Kapazitätsgründen eine neue Lagerhalle gebaut, die zum Weiherer Logistikzentrum wird. 

Es folgen die ersten Auszeichnungen, erst als Bierkeller des Jahres und 2006 bekommt die Brauerei Kundmüller ihren ersten European Beer Star in SILBER für das Weiherer Rauch. In den kommenden Jahren werden noch 12 weitere, darunter auch 2 mal der Consumers' Favourite folgen. 

Unsere Heimat

2007: Ein weiterer großer Schritt in der Weiherer Geschichte: Roland und Oswald Kundmüller treten in die Geschäftsführung ein und prägen das Familienunternehmen fortan. 

Weil die Heimat und der Schutz der Umwelt eine große Rolle für die Brauerei Kundmüller spielt, lässt sie sich 2011 als  Bio-Brauerei zertifizieren. Es folgt die Einführung des Weiherer Urstöffla und Weiherer Keller-Pils, die bis heute im Sortiment bestehen. UND: Mit dem Weiherer Bock Bourbon Style kreieren Roland und Oswald Kundmüller bereits weit vor dem "Craft Bier Trend" ihre erste außergewöhnliche Bierspezialität in der Champagnerflasche. 

2012 wird ein Füllzentrum mit Lagerkellererweiterung neu gebaut. Roland Kundmüller hat ab sofort seine Biere vom ersten bis zum letzten Schritt in der eigenen Hand. Die Brauerei Kundmüller wird noch im selben Jahr als SOLARBIER-Brauerei ausgezeichnet und braut fortan einen Teil der Produktpalette ausschließlich unter Verwendung erneuerbarer Energien. 

Und die Entwicklung geht weiter: 2013 mit 2 weiteren Bieren. Zum einem mit dem Weiherer Landbier, zum anderen mit ihrem limitierten Sondersud Weiherer India Pale Ale, das zwei Jahre später in das Sortiment aufgenommen wird. 

2014 ist Festjahr. Die Brauerei Kundmüller feiert 140-jähriges Jubiläum mit der Neueinführung der Weiherer Sondersud-Serie mit Weizenbock und Weiherer Festbier 1874, einem World Beer Cup Silver-Award für Weiherer Rauch, selection Golmedaillen für Weiherer Keller, Weiherer Urstöffla und Weiherer Weiße. Es startet eine umfassende Renovierung des Gasthofes, die in den folgenden Jahren fortgesetzt und 2016 als moderner und doch traditioneller Brauerei-Gasthof abgeschlossen wird...